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1. Historischer Abriss
–
s. Geschichte
Die Kapelle wurde als eine Grabkapelle für den Berghauptmann, Grafen Ferdinand
von Einsiedel, im Jahre 1833 erbaut. Ferdinand von Einsiedel wurde
mehrfach für seinen Beitrag zur Entwicklung der
Industrie ausgezeichnet. In seinem Testament hat er den Wunsch geäußert
auf dem gleiwitzer Hüttenfriedhof, neben seunen Hüttenkameraden,
begraben zu werden. Zu seiner Beerdigung hat sich auf dem Friedhof eine
große
Menschenmenge versammelt.
Der Bau der
Kapelle wurde unter Aufsicht von Oberbergrat Reil ausgeführt.

Am 9. April 1922 wurde die
Kapelle infolge
einer Explosion der im Inneren verstecken Munition völlig zostört.

1925 wurde die Kapelle
schon als eine Friedhofskapelle wiederaufgebaut.

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde
die Kapelle heimlich abgerissen (1956 war der Bau noch vorhanden).

2. Aktueller Zustand
Die
einzige Spur, die von der ehemaligen Kapelle übrig
blieb, ist ein separates Grundstück, das auf einer
Vermessungskarte des Friedhofs zu erkennen ist. Erhalten blieb
auch das einst vor der Kapelle stehende Kreuz.
3. Grundsätze der Ausarbeitung
In
der jetzigen Zeit besteht kein Bedarf auf dem Friedhof eine
Kapelle mit geschlossenem Raum zu bauen. Zumal dann die Gefahr
bestünde, dass sich ein derartiges "Versteck" zum
Anziehungspunkt für allerlei Saufkumpanen und Kleinkriminelle
entwickeln könnte. Daher wurde entschieden eine offene Säulenhalle
zu entwerfen, deren Proportionen (Masse der Hauptfront und
Abstand zwischen den Säulenreihen) denen der ursprünglichen
Kapelle genau entsprechen. Anhand
eines Bildes aus dem Jahre 1933 und der Form des Kapellengrundstücks
auf der Vermessungskarte konnte man feststellen, dass sich ein
wesentlicher Teil der ehemaligen Kapelle im Bereich der Böschung
auf der Südseite des Friedhofs befand. Im Gegensatz dazu wird
sich die geplante Säulenhalle vollständig innerhalb der Umzäunungslinie
befinden.
Diese Entwurfsgrundsätze wurden bereits bei der Planung und der
späteren Bauausführung der Umzäunung (2005-2006) berücksichtigt.
An der Stelle, wo die Alleenachse die südliche Mauerlinie
schneidet, wurden vier mit Sandsteinplatten verkleidete Pfeiler
aufgestellt. Der Abstand der beiden äußeren Pfeiler entspricht
der Breite der ehemaligen Kapelle. Die Konstruktion der Pfeiler
ermöglicht auch
deren Höhe bis zum endgültigen Maß aufzustocken. Da
die Kapelle ursprünglich die letzte Ruhestätte von Ferdinand von
Einsiedel und seiner Familie war, ist in der Mitte der Säulenhalle
ein mit Granitplatten verkleideter rechteckiger Block mit
entsprechenden Inschriften vorgesehen. Der Block kann bei ökumenischen
Gottesdiensten auch als eine Altarmensa dienen (der erste
derartige Gottesdienst fand auf dem Friedhof am 11.10.2006 anlässlich
des 200. Jahrestages der Errichtung des Hüttenfriedhofs statt).

4. Geplante Baumaterialen
Fundament
– aus Stahlbeton, gegossen
Stylobat
– aus Stahlbeton, gegossen (gem. der Vorvereinbarung mit der
Denkmalfachbehörde)
Säulen
– aus Stahlbeton, in fertigten Gießformen gegossen. Eventueller Einsatz von
kannelierten Sandsteinsäulen
(von der Denkmalfachbehörde empfohlen) ist von finanziellen Möglichkeiten abhängig (Sponsoren werden immer noch
gesucht)
Decke
und Gebälk –
aus Stahlbeton
Satteldach
auf Holztraggerüst
mit besandeter Dachpappe bedeckt. Dachbedeckung aus Blachplatten
(von der Denkmalfachbehörde empfohlen) kommt wegen
Diebstahlgefahr nicht in Frage.
Gesimse
und Metopen – aus Stuckmörtel
5. Zeichnungsverzeichnis
2.
Rekonstruktionzeichnung der ersten Kapelle (1833–1922)
Maßstab
1 :
50

3.
Rekonstruktionzeichnung der zweiten Kapelle (1925–1960-e
Jahre)
Maßstab
1 :
100

4.
Entwurf – Grundriss (Nullebene)
Maßstab
1 :
50

5.
Schnitt a-a
Maßstab
1 :
50

6.
Fassadden
Maßstab
1 :
50



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