|
1.
Gegenstand
der Bearbeitung
Entwurf
der Einfriedung des alten historischen Friedhofs in Gliwice /
Gleiwitz an der Robotnicza Strasse (ehemals Kalidestrasse).
2.
Historischer
Abriss – s.
Geschichte

Rund
um die Hütte und Gießerei entstand nach und nach ein
komplett neues Stadtviertel mit eigener Schule und Wirtshaus.
Namensgebend für das Viertel war die örtliche Eisengießerei.
1808 wurde von der Hüttenverwaltung ein Friedhof für
Hüttenmitarbeiter errichtet. Angelegt wurde er auf einem
rechteckigen Grundriss, symmetrisch zu einer mit Bäumen gesäumten
Hauptallee. Der Ort ist zur letzten Ruhestätte für viele
prominente Vertreter der gleiwitzer Industrie geworden.
Noch im Jahre 1949 war der Friedhof
zwar ein bisschen vernachlässigt, aber nicht ruiniert,
und in dieser Zeit fanden dort nach wie vor Bestattungen statt.
Erst Anfang der 1950er Jahre, auf Anweisung eines lokalen
Partei-Funktionärs, begann man mit systematischer Zerstörung
des Friedhofs. Alle deutsche Grabaufschriften wurden entfernt –
gusseiserne Platten hat man abgeschraubt und Inschriften von
Grabsteinen weggemeißelt. Teilweise blieben nur die Geburts-
und Sterbedaten, teilweise wurden die Grabtafeln oder ganze
Grabsteine völlig zertrümmert. Ohne Fürsorge und Schutz
seitens staatlicher Stellen wurde der Friedhof mit der Zeit
zur Beute von Dieben, die Granit- und Marmorplatten als gewöhnliche
Steine verkauften und die einzigartigen, gusseisernen Elemente
bei Schrotthändlern zu Geld machten. Den zunehmend
verwahrlosten Friedhof überwucherten langsam Efeu und Baumsämlinge.
Am Vorabend des Jahres 2004 wurde der letzte der schönen
gusseisernen Grabzäune gestohlen, die den Reiz des Friedhofs
ausmachten.
Anwohner aus der Nähe des Friedhofs erzählen, die
originale Umzäunung hat sich Herr (…) angeeignet und
wegtransportiert. Später wurde der Friedhof mit Zaunelementen
aus Maschendraht in Winkelrahmen umgeben. Leider ist auch
dieser Zaun in den letzten Jahren zur Beute von Dieben
geworden
3.
Aktueller Zustand
Der Friedhof ist auf einem rechteckigen Grundstück von 74 x77
m lokalisiert. Die
Mittelachse des Friedhofs bildet eine mit Bäumen gesäumte Allee. Am
Ende der Allee befand sich früher die Grabkapelle des Grafen von
Einsiedel. Erhalten blieb das einst vor der Kapelle stehende Kreuz.

4.
Grundsätze
der Ausarbeitung
Es sind nur wenige Fotos erhalten geblieben, die das ursprüngliche
Ansicht des Friedhofs zeigen. Bekannt ist nur das Aussehen der
originalen Umzäunung. Angesicht der grassierenden Diebstahlplage ist
es leider derzeit zu riskant den gusseisernen Zaun in seiner
ehemaligen Form zu rekonstruieren.




Nach
Betrachtung mehrerer Einfriedungen von Kirchen, Fridhöfen und
Parks, die aus der gleichen historischen Periode stammten,
fiel schließlich die Entscheidung eine Einfriedung in Form
einer steinernen Mauer zu entwerfen. An einigen Stellen soll
die Mauer von Zaunfeldern aus Metall unterbrochen sein, welche
mit ihrer Form an den ehemaligen Originalzaun anknüpfen.



Anfangs
war zur Einfriedung des Friedhofs eine Ziegelmauer geplant – von
der Form her ähnlich, wie auf dem evangelischen Friedhof im Ortsteil
Borsig in Zabrze-Biskupice / Hindenburg-Biskupitz /. Für eine
steinerne Mauer sprach aber die Möglichkeit die Konstruktionsreste
der vorherigen Umzäunung zu nutzen, wodurch der Arbeitsumfang beim
Mauerbau verringern werden konnte.


5.
Die Bestandteile der Umzäunung:
5.1. Eingangstor
Vorgesehen
ist nur eine Friedhofseinfahrt – von der Robotnicza-Strasse
– durch ein Tor mit 3m Breite.
5.2. Pfortchen
Geplant
sind zwei kleine Pfortchen als Abschluss an beiden Enden der
Zentralallee.
5.3. Steinjochen.
Bruchsteinmauerwerk
20-
25 cm
stark – aufgesetzt auf vorhandenem Fundament, verstärkt mit
alle
50 cm
an eine Ankerschiene angeschweißten Stahlstäben.
Pfeiler 40 x
40 cm
, gemauert aus Bruchsteinen um die bestehenden, im Fundament
verankerten, Stahlkerne. An Stellen, wo sie nicht mehr vorhanden sind,
sind Kerne aus bewehrtem
Stahlbeton (4o16) auszuführen.
5.4. Mauerfelder
mit Flächen für Einmauerung von Grabtafeln
Mauerpfeiler
wie oben beschrieben. Mauerwerk mit max.
20 cm
Stärke, mit Stützen zur Fixierung der in Zukunft eingemauerten
Tafeln.
5.5.
Zaunfelder
Die
Zaunfelder knüpfen stilistisch an die nicht mehr vorhandene
originale Umzäunung an. Entsprechend zu den bestehenden
Pfeilerabständen wurden Zaunfelder in drei verschiedenen Größen
entworfen.
5.6. Informationstafeln
Aufgrund
des historischen Charakters des Friedhofes und des geringen
Wissensstands über seine Geschichte, scheint es notwendig an
verschiedenen Stellen des Friedhofs Infotafeln zu platzieren.
5.7. Säulenhalle
In
der gegenwärtigen Situation ist es eher zwecklos die Kapelle
in ihrer ursprünglichen Form am südwestlichen Ende der
Friedhofsallee wiederaufzubauen. Angestrebt wird stattdessen
die Errichtung einer ganz innerhalb der Mauerlinie liegenden Säulenhalle
mit zwei Pfeilerreihen und Proportionen der Hauptfront, wie
bei der Originalkapelle. Bau der Säulenhalle mit einem in ihr
untergebrachten elektronischen Informationsstand, sowie Rückholung
der beiden Skulpturen der „Wachenden Löwen“,
werden zur Krönung der Rekonstruktionsarbeiten auf dem Hüttenfriedhof.
6.
Zeichnungsverzeichnis
1. Lageplan
Maßstab 1 :
500
2. Bestandsaufnahme
Maßstab 1 :
250 pdf
386 kB

3.
Grundriss –
Sammelzeichnung
Maßstab 1 :
250, 1 : 20
pdf
159 kB

4.
Abgewickelte Ansichten
Maßstab 1 :
200 pdf
990 kB

5.
Zaunfelder
Maßstab 1 :
20, 1 :
5 pdf
126 kB

5a.
Zaunfelder
Maßstab 1 :
20 pdf
82 kB

6.
Einfahrtstor und Pfortchen
Maßstab 1 :
20
pdf
137 kB

7.
Informationstafeln
Maßstab 1 :
50
pdf
90 kB

|